Pip, Pip, Pip. Um 04.45 Uhr klingelt der Wecker. Wir recken und schtrecken uns so gut es in dem engen Raum geht. Mit australischer Puenktlichkeit kommt der Bus welcher uns zum Flugplatz bringt. Nach einem kurzen Briefing heben wir vom lokalen Flughafen Richtung Bungle Bungles ab. Zuerst ueberfliegen wir den riesigen Stausee, welcher nach der Regenzeit, etwa 18 Mal mehr Wasser hat, als das gesammte Hafenbecken von Sidney. Nach einer Flugzeit von etwa 1h und dem ersten Ueberflug ueber unserem Ziel setzen wir zur Landung an. Zwei Personen haben direkt eine Tour mit einem Ranger gebucht und steigen hier aus. Nach gerade mal 5min am Boden heben wir bereits wieder aber und fliegen noch rund 10 bis 15 Minuten ueber Bungle Bungles und ihre Schluchten. Diese sind uebrigens seit ein paar Jahren bei der UNESO als Weltkultur Erbe gelistet.
Da die Gibb River Road immer noch gesperrt ist, umfahren wir diese heute auf dem Highway 1. Dies wird wohl die laengste Strecke an einem Stueck. Die Landschaft ist einfach faszinierend. Es ist immer gruen aber immer in verschiedenen Farbtoenen. Abwechselnd fahren wir durch Felsformationen welche im Farbspektrum von beige bis rot reichen.
Bei der Einfahrt zu den Bungle Bungles ist das Gater noch geschlossen und keine weiteren Informationen. Daher gehen wir davon aus, dass diese fuer den Verkehr nach wie vor geschlossen sind und bleiben auf der Route.
Mitten im „No where“, es gibt nur gerade ein Roadhouse stehen zwei Polizisten am Strassenrand und winken saemtliche Fahrzeuge zur Seite. Naja, wir haben schon seit Tagen im Radio gehoert, dass sie vermehrt present sein sollen aber gleich alle Fahrzeuge und Lenker kontrollieren? Die Osterueberraschung ist eine Alkoholkontrolle! Es wird weder der Fahrausweis noch der Fahrzeugausweis kontrolliert, sondern nur einmal kraeftig und konstant ins roehrchen blassen. :). Nach dem kurzen Check wuenscht uns der Polizist gute fahrt und wir fahren weiter. Wir lehren daraus: Es spielt keine Rolle, ob du einen Fuehrerausweis oder Autopapiere hasst, du musst einfach nuechtern sein.
Nach dem Check im Information Office und der Gewissheit, dass die Gibb-River Road immer noch gesperrt ist, fahren wir ueber 400km dem Highway 1 entlang Richtung Norden. Die Landschaft ist wunderschoen. Alles ist gruen, Schilf waechst direkt am Strassenrand und ab und zu hat es kleine Seen links und rechts der Strasse. Hier haben die „Flooding“ Tafeln fuer uns endlich eine Berechtigung.
In dem kleinen Ort angekommen fahren wir direkt zum Information Office. Ein Aussie, welcher eben gluecklos versucht hat, die Tuer zu diesem zu oeffnen meint: „Es ist halt Ostern“. Nach einem kurzen Smalltalk und einem Tipp fuer den Camping Platz verabschieden wir uns und fahren zu unserem Uebernachtungspunkt. Nach der Registrierung versuchen wir noch den nahe gelegenen Nationalpark zu besuchen. Fuer die Flussueberquerung waehlen wir den alten Uebergang, welcher sich als sehr Nass herausstellt. Der Fluss ist an dieser Stelle zur Zeit 50m breit und die Tiefe wollen wir wegen der starken Stroemung gar nicht erst testen. Also zurueck auf die Hauptstrasse und ueber den offiziellen Weg. Der Nationalpark selbst ist noch geschlossen und die Wege sind nicht ausgeschildert. Auf Grund der kommenden Dunkelheit schiessen wir ein paar Bilder und machen uns auf den Rueckweg. Eigentlich Schade, da es hier wunderschoene Wasserfaelle haben soll. In einem Monat, wenn wir wieder zu hause sind, kann man diese dann Problemlos besichtigen.
Heute steht ein easy Tag auf dem Programm. Einfach einen Tag nichts tun und am Abend eine
Tour mit einem Hover Craft. Nichts tun ist hier fast unmoeglich, also entscheiden wir uns fuer die schwierigste Variante und spatzieren zum Strand wo wir einen Sonnenschirm und zwei Stuehle mieten. Mindestens der Sonnenschirm ist ein „muss“, da die Sonne einem so richtig grillt. Bei angenehmen 34 Grad Luft- und 31 Grad, ja richtig 31 Grad-Wassertemperatur laesst es sich leben. Das Meer bietet ein paar seltene Wellen zum Bodysurfen - eben gerade richtig, dass das Relaxen nicht zu kurz kommt. :).
Nach dem Fruehstueck fahren wir direkt ins China Town. Ein kleiner Stadtteil von Broome voller kleiner Geschaefte die zum Shoppen einladen. Ich selbst habe einen neuen Haarschnitt noetig und besuche daher zuerst einen Coiffeursalon. Wie in der Schweiz kann Man(n) einfach direkt im Geschaeft warten. Nach 20 Minuten und massiv weniger Haare schlendern wir durch China Town.
Am Abend versuchen wir nochmals die Stairecase to the Moon zu fotografieren. Zuerst besuchen wir den sehr kleinen Markt bevor eigentlich der Mond aufgehen sollte. Natuerlich geschieht das auch, aber zum groessten Teil hinter den Wolken. So ist es nicht moeglich das Schauspiel nochmals zu fotografieren, zum Glueck hat es gestern geklappt und die Bilder sind OK.
Heute besuchen wir die Perlen Farm. Es besteht die Moeglichkeit direkt vom Camping Platz abgeholt zu werden oder mit einem 4WD selbst hinzufahren. Wir entscheiden uns fuer die zweite Variante. Der erste Teil ist sehr einfach zu fahren, alles ist geteert. Anschliessend kommt eine Sandstrecke und bei der ersten Abzweigung Richtung Perlen Farm ist ein grosse Schild „Road Closed“. Wir fahren noch ein Stueck weiter und finden eine kleine Abzweigung gerade breit genug fuer eine Auto. 4WD rein und los.
Nach langem Fahren ist heute die letzte grosse Etape vor unserer Kimberley Tour nach Broome. Eigentlich nichts anderes als die zwei Tage zuvor wir fahren Kilometer fuer Kilometer... Da die Raod Trains hier auch mit 100 km/h durch die Gegend rasen haengen wir uns an einen dran. An ein Ueberholmanoever ist bei unserem Top-Speed nicht zu denken.
Nach unzaehligen, jedoch weit ueber tausend „Floodway“ Warnschildern passiert es heute. Ohne Strassen-Beschilderung spritzen zwei riesige Wasserfontaenen vom Road Train vor uns in die Hoehe und der ca. 40m lange Laster beginnt zu schlingern. Wir sehen die erste Strasse, uebrigens der Highway 1, unter Wasser. In langsamer fahrt durchqueren wir das Wasser und unser Auto ist rumdum wieder sauber...
Heute morgen beim Tanken die Ueberraschung... Ein Tank laesst sich mit dem Schluessel nicht mehr oeffnen und unser nicht gerade sparsames Auto sollte und koennte noch etwas mehr Diesel vertragen. Wir fragen in zwei Garagen nach ob sie uns nicht kurz helfen koennen, da wir davon ausgehen, dass es einen Trick gibt. Beide haben leider keine Zeit und vertroesten uns auf nach Ostern. Super – ach nein wir brauchen ja Diesel... Ohne grosse Hoffnung versuchen wir unser Glueck nochmals an der letzten Werkstatt ausserhalb und schildern unsere Erlebnisse.
Nein es ist kein Aprilscherz, aber diesen Tag verbringen wir nur im Auto und unser Ziel ist Karratha welches ca. 550 km entfernt ist. Die Landschaft wechselt hier von Wueste in gruene Wiesen da es in der letzten Zeit sehr viel geregnet hat. Die Natur braucht hier nur ein paar Tropfen Wasser und alles beginnt zu bluehen. Das wars fuer heute....
Heute ist unser letzter Tag in Exmouth. Wir fahren der Kueste und somit dem Nigaloo Reef entlang Richtung Sueden. Das Wetter ist wie immer Traumhaft und wir stoppen an mehreren Straenden und an einem huepfen wir zum Schnorcheln ins Wasser. Das Riff ist hier nur etwas 2m tief und schoen bewachsen mit vielen Fischen und wieder Quallen. Alle Straende befinden sich im Nationalpark in welchem gewisse Breiche komplett gesperrt sind. Es gibt aber genuegend schoene Plaetze zum verweilen.